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Behindertengerechte Stadt

Landesprojekt: Ehrenamtliche überprüfen Bezirksverwaltung auf Barrierefreiheit

HOMBRUCH. Menschen mit Behinderung müssen vieles beachten, wenn sie ein öffentliches Gebäude aufsuchen. Lassen sich alle Räume problemlos erreichen? Eine der vielen Fragen, die die Agentur Barrierefrei NRW mit einer speziellen Erhebung beantworten möchte. Fünf ehrenamtliche Mitarbeiter des Projektes Bestandsaufnahme NRW überprüfen jetzt daraufhin die Bezirksverwaltungsstelle Hombruch.

Ein umfangreiches Unterfangen, dessen Dauer natürlich von der jeweiligen Personenstärke abhängt, mit der die ehrenamtlich agierenden Dortmunder die Vermessungen vornehmen. Derzeit besteht die Gruppe aus 25 Personen, die dafür im Vorfeld eine Tagesschulung in der VHS durchlaufen haben. Das aus Landesmitteln finanzierte Projekt wird in der Durchführung von der Stadt Dortmund unterstützt.
Die Behindertenbeauftragte Christiane Vollmer regte die Bildung einer lokalen Gruppe an. Zwölf Gebäude in Dortmund wurden bisher komplett erfasst. Wenn die zum Vermessen anrückt, muss allerdings niemand darum bangen, eine schlechte Beurteilung zu erhalten.
„Es geht nicht darum, die Häuser zu bewerten. Alles, was wir bei den Begehungen erfassen und der Agentur später übermitteln, sind einzig Rohdaten“, erklärt ein ehemaliges Mitglied der Dortmunder Gruppe von Ehrenamtlichen. Diese Daten sollen später dann die Grundlage für eine im Aufbau befindliche Onlinedatenbank bilden. Über besondere Suchfilter kann dann jeder ganz auf seine eigene Einschränkung angepasst die Gegebenheiten in den Gebäuden überprüfen.

Die Kriterien, nach denen die Vermesser ihre Zahlen erfassen, sind überaus komplex. Von der Anzahl der ausgewiesenen Behindertenparkplätze in der Nähe bis hin zur jeweiligen Anzahl der Treppenstufen im Gebäudeinnern, muss eine Vielzahl von Daten erfasst werden. „Mitunter kann solch eine Begehung sogar mehrere Tage in Anspruch nehmen“, sagt der Ehrenamtliche.
Umso wichtiger ist es ihm deshalb auch, dass die Projektarbeit in der Öffentlichkeit bekannter wird. „Wir suchen natürlich weiterhin nach Menschen, die uns ehrenamtlich bei den Vermessungen unterstützen möchten.“ Auch sucht die Gruppe nach privaten Betreibern von öffentlichen Gebäuden, die Bestandsaufnahmen für die Barrierefreiheit in ihren Räumlichkeiten anbieten möchten.
Weitere Begehungen werden die Ehrenamtlichen in den nächsten Wochen in Hörde vornehmen. Nachdem jetzt ein Bezirksverwaltungssitz vermessen worden ist, wird das Maßband im Cabaret Queue und dem Hansa-Theater angelegt.

Autor: Fabian Paffendorf
(Ruhr-Nachrichten am 30.07.2014)



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