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Mitglieder-Versammlung des Blindenvereins wegen Nazis abgesagt

Für den 28. März wurde seitens der Dortmunder Polizei ein Großaufgebot bereitgehalten. Nazis und Gegendemonstranten wollten aufmarschieren. Gleichzeitig war seit Wochen unsere Mitglieder-Versammlung angesetzt.

Und es kam, wie es kommen musste. Die Polizei gab bis Samstag keine Informationen darüber heraus, wo abgesperrt werden wird. Begründet wurde dies damit, dass beide gewaltbereiten Gruppen weit voneinander getrennt werden sollten. Eine gute Idee. Leider wurden auch harmlose Bürger Dortmunds von den plötzlichen Absperrungen überrascht.

Die Mitglieder-Versammlung sollte wie üblich im Wilhelm-Hansmann-Haus in der Märkische Straße 21 stattfinden. Unsere Assistenten waren frühzeitig vor Ort und erfuhren von der Polizei, dass kein Zugang zum Haus mehr offen ist. U-Bahnen halten nicht mehr an der Station „Stadthaus“. Alle Straßen rundherum sind abgesperrt. Taxis fahren auch nicht mehr. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Versammlung abzusagen.

Sehr frühe Besucher_innen unserer Versammlung hatten es noch ins Hansmann-Haus geschafft. Vermutlich waren sie so früh vor Ort, dass es noch Wege gab. Eine Stunde vor Beginn unserer Versammlung war jedoch alles dicht. Mit entsprechendem finanziellen Aufwand werden wir eine neue Versammlung ansetzen müssen.

Ist dies nun höhere Gewalt? Wir meinen nicht! Wann endlich wird diese Stadt dafür sorgen, dass ihre Bürger nicht mehr unter Nazis zu leiden haben? Bunte Luftballons auf Friedensfesten reichen da nicht aus. Lippenbekenntnisse ebenso wenig. Es gilt, Maßnahmen zu finden, dass es zu solchen Aufmärschen nie wieder kommt. Als Behinderten-Selbsthilfegruppe fühlen wir uns von diesen rechten Menschen besonders bedroht. Galten doch Behinderte im dritten Reich als „unwertes Leben“.



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