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Die Psychotherapeutin Irmhild Steinweg traf beim Makula Treff genau den richtigen Ton

Am 2. April thematisierte der Blinden- und Sehbehindertenverein Dortmund beim Makula-Treff im Blickpunkt die psychische Situation der Menschen, deren Sehkraft nachlässt.
„Was ist für mich das Belastenste an dieser Erkrankung? Was ist das eigentlich Schwere für mich dabei?“ Dies sei die zentrale Frage bei allen körperlichen Erkrankungen für Betroffene und Angehörige,“ so die Psychotherapeutin, Frau Irmhild Steinweg. 44 Besucherinnen und Besucher hörten konzentriert und teilweise sehr bewegt mucksmäuschenstill ihrem 20minütigen Eingangsreferat am 2. April im Blickpunkt zu.

„Das Fortschreiten Ihres Sehverlustes ist sozusagen Teil Ihrer Erkrankung. Sie ist Fluch und Segen zugleich,“ so Frau Steinweg in Ihren einleitenden Worten. „Der Fluch ist, dass es in den meisten Fällen bei Ihrer Erkrankung keine medizinische Therapie gibt. Der Segen ist, dass sie sich auf die Verschlechterung einstellen können.“ Dies sei eine große Chance der Bewältigung. Bewältigungsstrategien aber müssen erlernt werden. Welche innere Einstellungen sind hierbei hinderlich, welche förderlich? Ausdrücklich wies sie darauf hin, dass keine einfachen Rezepte zu erwarten seien. Und schon gar keine allgemein gültigen. Für die Psyche sei dies eine enorme Veränderungs- und Anpassungsleistung.

„Vielleicht kennen Sie die Geschichte des Indianers, der zum ersten Male Eisenbahn fährt,“ erzählt Frau Steinweg. „Am Zielbahnhof angekommen, sitzt er stundenlang am Boden. Gefragt was er dort tue, sagt er: Ich warte, das meine Seele nachkommt.“

Nach diesen von ihr aufgeworfenen Fragen tauschten in sehr sehr persönlichen Schilderungen die Anwesenden ihre Erfahrungen miteinander aus. Ein Zeichen, dass Irmhild Steinweg genau den richtigen Ton getroffen hatte.


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