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Ein X für das U

Kriminalkomödie „Ein X für das U“ zeigt Museum als Ort der Begegnung unterschiedlicher Charaktere - OB spielt sich selbst. Autorin: Silke Rathert
Mit einem komödiantischen Rundumschlag in der Dortmunder Kulturlandschaft hat sich das Projekt Kreativität inklusive des Arche e.V. jetzt erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Zum ersten Mal gab es auch keinen Grund, sich für den Bauzustand des U zu entschuldigen. Das Stück spielt in einer Baustelle, die zukünftige Ausstellungsfläche des Zentrums für kulturelle Bildung bildete also die richtige Kulisse. Die Kriminalkomödie „Ein X für das U“ von Johannes Willenberg, unter der Regie von Regina Nölke, zeigt das Museum als Ort der Begegnung sehr unterschiedlicher Charaktere und spielt geschickt mit deren ebenso unterschiedlichem Kunstverständnis. Die Ausstellung heißt Menschenbilder, die Wiedergeburt der Ruhr-Metropole und nicht Auferstanden aus Ruinen, herrscht Museumsdirektor Dr. Turm (Michael Hermesmeyer) Handwerker und Reinigungspersonal an. Während also Herta Kowalewski (Birgit Grotepass), Reinigungsfachkraft im Dienst und Absolventin der ARGE-Abteilung Integrationsmaßnahme , vor der Frage steht Ist das hier Kunst oder kann das weg? , betritt schon mit Georg Weiss (Johannes Willenberg), Oberregierungsrat a.D. und Absolvent des VHS-Kunstkurses der hiesigen Seniorenakademie, einer der ersten Besucher das Museum, der gleich hinter dem Verpackungsmüll eine Kunstinstallation vermutet. Die Schülerführung, gespielt von einer Gruppe der Max Wittmann-Förderschule, ist ihm ein Dorn im Auge, die Kinder könnten etwas kaputt machen. Und tatsächlich schrillt bald der Alarm: Ein Kind wird mit einem Bild erwischt, das sich der Sammlung nicht zuordnen lässt. Ein Diebstahl?
In dem anschließenden Verwirrspiel um die Urheberschaft wirken die Auftritte von OB Ullrich Sierau und Kammerschauspieler Claus Dieter Clausnitzer etwas gewollt herbei geschrieben, obwohl sie wie alle Szenen schöne Pointen haben. Dem Handlungsstrang mögen die Gastrollen also nicht gedient haben, doch unterstrichen sie die Grundidee von
Kreativität inklusive, künstlerisches Schaffen so zu gestalten, dass Platz für alle ist: Profis und Laien, Migranten und Einheimische, Menschen mit und ohne Behinderung.

Artikel aus der Westfälischen rundschau vom 28. Juni 2011


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